Sorget nicht !

... in der wir versuchen, unseren Alltag mit den Einschränkungen zu gestalten. Wie mag es Ihnen gehen? Wie gelingt es Ihnen, die Balance hinzukriegen zwischen Angst und Vertrauen, zwischen Sorge und Zuversicht, zwischen dem Alleinsein und der Sehnsucht nach direktem Kontakt, zwischen der Mühe, einerseits gut auf sich selbst aufzupassen und andererseits, andere im Blick zu haben und zu begleiten? Und wie geht es Ihnen mit der so ganz anderen Tagesstruktur – keine Verabredung, kein Kaffeetrinken mit ein/zwei Freundinnen, kein Bummeln durch die Einkaufsstraße, kein Bibelgesprächskreis, keine Gemeinschaft mit anderen - und für etliche heißt das ja auch: kein gemeinsames Hören, Singen, Beten?

 

Wie auch immer Sie diese Tage erleben und was Sie gerade bewegt – ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie ein ‚Ja‘ davor setzen können und sagen: ja, ich mache mir gerade Sorgen; ja, ich bin ängstlich, genervt, verunsichert; ja, ich wünsche mir ein baldiges Ende dieses Ausnahmezustandes. Und zugleich wünsche ich Ihnen, dass Sie hören können: Genau so, wie Sie gerade sind und was Sie bewegt, schaut Gott Sie liebevoll an.

 

Herr Sinn und ich haben uns sehr gefreut, die eine oder andere Rückmeldung zu unseren Briefen bekommen zu haben. Da ist von Dankbarkeit und Freude die Rede, von Ermutigung und Stärkung. Frau B. (Teilnehmerin u.a. am Bibelgesprächskreis) schreibt z.B.: Danke für die Mühe und tolle Idee, uns geistlich zu versorgenNicht nur mittags um 12 h bete ich, sondern auch abends um 18 Uhrmir helfen dazu Lieder und auch vorformulierte Gebete. Oder Frau F. (Mitarbeiterin in der DiakonieKirche) schreibt: herzlichen Dank für die Idee, uns wöchentlich einen Impuls zu senden, zum Nachdenken und ins Gespräch kommen. Es ist ein wohltuendes Gegengewicht zu allen Krisenmeldungen und Anspannungen….

 

Ich finde, es ist eine besondere Erfahrung, die wir gerade machen: Wir müssen auf Distanz bleiben und sind uns doch nahe; wir können uns nicht treffen und spüren doch unsere Verbundenheit. Auch mit denen, die in den vergangenen Tagen Geburtstag hatten und denen wir nicht persönlich die Hand schütteln konnten: […] Ihnen allen nochmals unseren herzlichsten Glückwunsch und Gottes reichen Segen für das neue Lebensjahr – und bleiben Sie behütet!

 

Miteinander verbunden sein und einander ermutigen, das wollen wir u.a. mit diesem Brief.  Ich möchte deshalb heute gern mit Ihnen ein paar Gedanken zu dem Bibeltext aus Mt 6,25ff teilen:

 

Mt 6,25ff: Darum sage ich euch: Macht euch keine Sorgen um euer Leben, ob ihr etwas zu essen oder zu trinken habt, und um euren Leib, ob ihr etwas anzuziehen habt. Das Leben ist mehr als Essen und Trinken, und der Leib ist mehr als die Kleidung. Seht euch die Vögel an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln keine Vorräte – aber euer Vater im Himmel sorgt für sie. Und ihr seid doch mehr wert als die Vögel! Wer von euch kann durch Sorgen sein Leben auch nur um einen Tag verlängern? Und warum macht ihr euch Sorgen um das, was ihr anziehen sollt? Seht, wie die Lilien auf den Feldern wachsen! Sie arbeiten nicht und machen sich keine Kleider, doch ich sage euch: Nicht einmal König Salomo war in all seinem Reichtum so prächtig gekleidet wie irgendeine von ihnen. Wenn Gott sogar die Feld-blumen so ausstattet, die heute blühen und morgen verbrannt werden, wird er sich dann nicht erst recht um euch kümmern? Habt ihr so wenig Vertrauen?Also macht euch keine Sorgen! Fragt nicht: was werden wir essen, was werden wir trinken? Mit all dem beschweren sich Menschen, die Gott nicht kennen. Euer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. Sorgt euch zuerst darum, dass ihr euch seiner Herrschaft unterstellt, und tut, was er verlangt, er wird  euch schon mit allem anderen versorgen. Quält euch nicht mit Gedanken an morgen, der morgige Tag wird für sich selber sorgen. Es genügt, wenn jeder Tag seine eigene Last hat.

 

Sorgt euch nicht!  Ein Zuruf, eine Aufforderung, eine Einladung Jesu, eine andere Haltung einzunehmen als die, die uns Menschen geläufig ist. Wir sind schnell dabei, uns zu sorgen: Ich mache mir echt Sorgen, wie soll das alles weiter gehen. Ich sorge mich um meinen Vater im Senioren-heim. Was wird, wenn noch mehr Kranke auf der Intensiv behandelt werden müssen? Und was wird aus unserer Wirtschaft? Was wird aus den Menschen in den Flüchtlingscamps? Fragen und Sorgen, die ich in den vergangenen Tagen gehört habe. Und ich will sie nicht klein reden, sie sind berechtigt und sie kommen, wenn wir nach vorne schauen, wenn wir Verantwortung übernehmen, wenn uns das Wohlergehen unserer Lieben und der Menschen in unserer Stadt und weltweit am Herzen liegt.

 

Aber - darf ich fragen: was bewirkt das Sorgen? Was verändern wir, wenn wir uns Sorgen machen? Nichts – müssen wir wohl ehrlicherweise antworten. Vielmehr machen die Sorgen etwas mit uns! Denn Sorgen zermürben, Sorgen rauben uns den Schlaf, Sorgen nehmen uns die Lebensfreude, machen uns Angst und drücken uns nieder. Deshalb: sorgt euch nicht. Jesus wirbt darum, dass wir unseren Blick hin zu Gott, den Vater im Himmel richten und uns im Vertrauen üben. Schaut hin zu ihm, traut ihm doch zu, dass er sich kümmern wird. Er weiß schon längst, was ihr braucht! So wie die Pflanzen wachsen, wie die Blumen ihre Schönheit entfalten – und das können wir gerade in diesen Tagen bestaunen – so wie für sie gesorgt wird, so sorgt Gott füreuch Menschen, für uns, die in diesen besonderen Zeiten auf die Grundfragen des Lebens zurückgeworfen werden.

 

Liebe Geschwister, wir sind eingeladen, auf Gott zu vertrauen und mit seiner Fürsorge zu rechnen, gerade jetzt, wo wir alle nicht wissen, wie lange das Virus uns in Atem hält und unsere Freiheit einschränkt. Wir sind weiter eingeladen, zu beten, vor ihm auszubreiten, was uns umtreibt und ihm dabei die nahe und ferne Zukunft anzuvertrauen. Lassen Sie uns weiter aufeinander achten, im Kontakt sein und uns gegenseitig ermutigen, den Sorgen nicht zu viel Raum zu geben, sondern auf Gott, den Vater unseres Herrn Jesus zu setzen.

 

Den Text auf beiliegender Karte hat uns Fr. B. weitergereicht. Wir wollten ihn gern als Ermutigung mit Ihnen teilen.

 

So grüßt Sie in herzlicher Verbundenheit
Ihre Renate Görler

 

P.S.: Möchten Sie den Wochenbrief gerne regelmäßig lesen und dabei in der Hand halten, lassen Sie uns eine kurze Info zukommen: info@wuppertaler-stadtmission.de


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