lass mich dein sein und bleiben

In mir klingen die Begegnungen mit Ihnen nach, die wir so zwischendurch und auch an Pfingsten hatten. Es tut gut, einander zu sehen, zu treffen, sich auszutauschen, auch wenn durch die Abstandsregelungen und die Mund -Nasen-Schutze das Zusammensein erschwert und irgendwie komisch ist. Aber wir sind auf einem guten Weg und so freuen wir uns auf den nächsten Gottesdienst am 28.6.20. Und vielleicht geht es ab Juli dann auch mit dem Bibelgesprächskreis weiter.

 

Bei alledem, wo wir auf Veränderungen zugehen und was uns persönlich umtreibt, lassen mich immer wieder einzelne Bibelworte aufhorchen, so zum Beispiel das neutestamentliche Wort am heutigen Dienstag aus dem Losungsbüchlein:

Jesus spricht: Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger. Johannes 8,31

 

Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort. Vom Bleiben ist hier die Rede - und ich möchte sofort die Brücke hin zum 15. Kapitel des Johannesevangeliums schlagen, in dem gleich mehrmals das Bleiben in Christus aufgenommen wird.

 

Ich taste mich heran, indem ich mir klar mache, was ‚bleiben‘ denn bedeutet. Bleiben heißt z.B.: verweilen, sich aussetzen, sich mit etwas auseinandersetzen, ausharren, dranbleiben, geduldig abwarten, sich für etwas entscheiden, sich Zeit nehmen für etwas, überdauern, Bestand haben, bewahren, festhalten, zur Ruhe kommen.

 

Bleiben an seinem Wort heißt ja dann wohl: sich immer und immer wieder dem aussetzen, was Er, Jesus Christus, gesagt, gesprochen, gelehrt und gelebt hat. Sich immer wieder die Bibel zur Hand zu nehmen und über seine Worten nachzudenken und sich zu fragen, was bedeutet das für mich. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für mein Leben, für meine Entscheidungen, für meine Haltung gegenüber meinen Mitmenschen, für mein Reden und mein Tun.

 

An seinem Wort bleiben heißt auch: dranbleiben, auch wenn sich seine Worte mir nicht immer sofort erschließen, auch wenn seine Worte mir manchmal unbequem sind, auch wenn seine Worte mich in Frage stellen und mich herausfordern, über mich und mein Leben und mein Lebensende nachzudenken. Dranbleiben, verweilen, das Wort wirken lassen… manchmal geschieht das in der Weise, dass ich über einen einzigen Bibelvers eine ganze Woche nachdenke, mir zwischendurch Stichworte mache, sie ergänze und am Ende über den Reichtum der Gedanken staune. Sein Wort will uns erreichen und uns aus unserer kleinen Welt in die Weite führen!

 

Bleiben an seinem Wort heißt aber auch: ich nehme mir bewusst Zeit und wende mich dem zu, was Bestand hat und mich in die Zukunft führt; denn seine Worte verlieren nicht an Gültigkeit. Seine Worte tragen und haben durchgehend die gleiche Kraft.

 

Und indem wir an seinem Wort bleiben, begegnen wir wie von selbst dem auferstandenen Herrn, Jesus Christus; Ihm, der durch sein Wort zu uns spricht und der uns als Freund und Bruder und Sohn Gottes durchs Leben begleiten will. Er spricht zu uns ganz persönlich. Er tröstet, er spricht uns an, er hinterfragt, er gibt Wegweisung. Er sagt uns zu: Du bist nicht allein, ich bin da. Du bist nicht auf dich selbst gestellt, ich helfe dir. Du bist nicht irgendein Spielball, der hin und her geworfen wird, sondern du bist der geliebte Mensch, zu dem ich stehe, den ich festhalte und den ich niemals loslassen werde.

 

Liebe Geschwister, im 15. Kapitel des Johannesevangeliums verknüpft Jesus die Einladung zum Bleiben noch mit einem kleinen, aber wichtigen Zusatz: Bleibt in mir – und ich in euch. Und ein wenig später heißt es: Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Das Bleiben an ihm oder in ihm beruht auf einer Wechselseitigkeit. Christus bleibt bei uns, in uns und wir an/in ihm. Das lässt sich nicht voneinander trennen oder auseinanderreißen.

 

Vielleicht haben Sie ja auch Lust, das Bleiben an seinem Wort, das Bleiben in ihm weiter auszuprobieren und gemeinsam darüber im Gespräch zu sein. Das Bleiben in ihm ist die Grundlage für alles Nach-vorne-Gehen!  Er wird es segnen.

 

So grüße ich Sie wieder ganz herzlich und freue mich auf die nächsten kleinen Begegnungen

Ihre Renate Görler

 

P.S.

- Die Karte zu diesem Wochenbrief finden Sie hier.

- Das ist der letzte Wochenbrief, aber Bewährtes soll erhalten bleiben: In der kommenden Woche folgt der Sommerfreundesbrief und danach werden wir auf einen Monatsbrief umstellen.


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